Diagnose PCOS – Was steckt dahinter?

5-10% der Frauen im gebärfähigen Alter sollen in Deutschland betroffen sein. Vor allem sehr junge Frauen erhalten die Diagnose nach dem Absetzen der Pille, weil sich der Hormonhaushalt nicht wieder eingespielt hat. Die Diagnose PCOS macht vielen Frauen Angst.

Heute möchten wir dir zeigen, was hinter der Diagnose PCOS steckt und – das ist die gute Nachricht – wie viele Möglichkeiten der Behandlung es gibt.

Vor allem sehr junge Frauen erhalten die Diagnose PCOS nach dem Absetzen der Pille, weil sich der Hormonhaushalt nicht wieder eingespielt hat.

Was ist PCOS?

Das Polyzystische Ovar-Syndrom oder auch Polyzystisches Ovarial-Syndrom ist eine Stoffwechselstörung, bei dem die weiblichen Geschlechtshormone im Ungleichgewicht sind. Dadurch findet kein regelmäßiger Eisprung statt. 

Poly bedeutet „viele, mehrere“, zystisch bedeutet „Zysten bildend“, Ovar ist der Eierstock, ovarial bedeutet „zum Eierstock gehörend“, Syndrom bezeichnet ein wiederkehrendes Muster von Symptomen, die typisch für eine bestimmte Krankheit sind.


Symptome & Diagnosestellung

  • – Zyklusstörungen (keine oder seltene Menstruation) durch die eingeschränkte Funktion der Eierstöcke
  • – Unerfüllter Kinderwunsch (durch ausbleibende Eisprünge)
  • – Haarausfall
  • – Vermehrte Körperbehaarung 
  • – Akne
  • – Gewichtszunahme (durch Insulinresistenz) 
  • – Depressive Verstimmungen 
  • – Eibläschen bzw. Zysten an den Eierstöcken (Entstehung durch Reifung vieler Eizellen, ohne Eisprung)

Ein Verdacht besteht, wenn mindestens 2 der folgenden Symptome zutreffen (Rotterdam-Kriterien von 2003):

  • – Veränderungen im Hormonhaushalt mit Zyklusstörungen / ausbleibender Menstruation, zunächst werden die Blutungen seltener, dann können sie ganz ausbleiben
  • – Hinweise auf eine Hyperandrogenämie: erhöhte Testosteronwerte, vermehrte Körper- und Gesichtsbehaarung, Neigung zu Akne und Haarausfall
  • – Auftreten von perlschnurartiger Zystenbildung an den Eierstöcken. Im Ultraschall sind viele aneinandergereihte Zysten in den oft vergrößerten Eierstöcken zu sehen. Im Verlauf kann die Eierstockfunktion aufgrund des zystischen Umbaus nachlassen, die Eierstöcke bilden immer weniger Östrogene

Hast du den Verdacht, PCOS zu haben, solltest du dich mit dem Arzt deines Vertrauens beraten. Hole dir ruhig mehrere Meinungen ein.

Bei Fragen zu PCOS stehen wir dir natürlich auch gerne zur Seite. Hier kannst du mit unseren Expertinnen sprechen.


Ursachen von PCOS

PCOS kann verschiedene Ursachen haben. Diskutiert wird eine genetische Komponente. Weiterhin kann eine Insulinresistenz PCOS fördern, aber auch unentdeckte Entzündungen in deinem Körper und die hormonelle Verhütung können eine Rolle spielen.

PCOS kann mehrere Ursachen haben. FEMNA kann dich unterstützen sie zu finden.

Was passiert im Körper? 

Im Normalfall bilden die Eierstöcke jeder Frau in jedem Zyklus bis zu 12 Follikel pro Seite. Eines dieser Eier entwickelt sich mehr als die anderen, wird also größer und es kommt zu einem Eisprung. Die zurückbleibenden Follikel werden zurückgebildet. Hat die Frau in einem Zyklus keinen Eisprung, bleiben die nicht entwickelten Follikel einfach zurück. Das sieht man im Ultraschall als „perlschnurartige Zysten“. Die typischen Zysten bei PCOS zeigen lediglich an, dass kein Eisprung stattfand. Der Befund erklärt nicht, warum es keinen Eisprung gab und auch nicht, ob es im nächsten Zyklus einen geben wird oder nicht.


Welche Typen von PCOS gibt es?

Es macht Sinn, eine Einteilung zwischen dem Vollbild PCOS und dem Post-Pill-Syndrom vorzunehmen.

„Vollbild“ PCOS

Frauen mit dem Vollbild PCOS haben oft schon in der Pubertät mit Übergewicht, vermehrter Körperbehaarung, Akne und ausbleibender Menstruation zu tun. Eine fortschreitende Insulinresistenz verstärkt die Symptomatik. Ein unerfüllter Kinderwunsch ist häufig die Folge, da kein vollständiger Menstruationszyklus durchlaufen wird.

Herkömmlich therapiert wird das Syndrom mit Antiandrogenen und Metformin, bei Kinderwunsch wird Clomifen zur Follikelstimulation gegeben. Eine Ernährungsumstellung sowie mehr Bewegung werden empfohlen.

Die Ursachen von PCOS werden in der Forschung viel diskutiert, eine genetische Komponente wird angenommen, eine kohlenhydratreiche Ernährung sowie Bewegungsmangel als Gründe für die Insulinresistenz und das Übergewicht werden ebenfalls als auslösende Faktoren genannt.

„Post-Pill-PCOS“

Bei Frauen, die nach dem Absetzen der Pille die Diagnose PCOS erhalten, sind häufig die Perlenschnur-Ovarien im Ultraschallbild erkennbar, sie leiden unter Akne und Haarausfall und sehr langen Zyklen oder komplett ausbleibender Menstruation. Auch die Androgene (Hormone, die die Entwicklung und Ausprägung männlicher Geschlechtsmerkmale fördern) sind im Blutbild oft erhöht. Insulinresistenz und Übergewicht sind seltene Merkmale.

Hier wird meist die fortgesetzte Einnahme von oralen Kontrazeptiva – also empfängnisverhütenden Mitteln (Antibabypille)verschrieben. Sie sollen die Bildung weiterer Zysten verhindern und die Symptome der erhöhten Androgenproduktion (Hyperandrogenämie) vermindern.

Die Patientinnen werden informiert, dass eine Schwangerschaft wahrscheinlich mit Hormonstimulation unterstützt werden muss.

Einige Frauen erhalten nach dem Absetzen der Pille die Diagnose PCOS.

5 Dinge, die dir bei PCOS helfen können

Grundsätzlich ist es wichtig, Ruhe zu bewahren!

Oft kann eine Insulinresistenz durch eine Veränderung deiner Ernährung und ein wenig Life Style Management verbessert werden. Du solltest dir für eine Behandlung Geduld und Zeit nehmen. Als Alternative zu herkömmlichen Hormonbehandlungen gibt es naturheilkundliche Möglichkeiten um deinen Körper zu unterstützen.

1. Ernährung

Eine pflanzliche, vollwertige Ernährung mit Verzicht auf Zucker und Weißmehl ist günstig, vor allem, um der Insulinresistenz vorzubeugen. Zimtee verbessert deine Insulinresistenz und stabilisiert deinen Blutzuckerspiegel.

Viel frisches Grün, Wildkräuter und wärmende Speisen im Sinne der chinesischen Medizin (z.B Hirse- oder Haferflockenfrühstück mit Hafer- oder Reismilch) versorgen deinen Körper mit Vitalstoffen, die er für einen funktionierenden Hormonhaushalt benötigt. Außerdem erwärmen sie das Becken. Magnesiumreiche Nahrungsmittel wie dunkles Blattgemüse, Nüsse und Samen sind ebenfalls hilfreich.

Viel frisches Grün trägt zu einer vollwertigen Ernährung bei und bringt deinem Körper viele Vitalstoffe.

2. Bewegung

Alles, was dein Bauchgefühl und deine eigene Mitte stärkt und den Kontakt zu deinem Körper unterstützt, ist bei der Behandlung von PCOS günstig. Auch hier gilt wieder: Bewegung hält fit! Regelmäßige Bewegung – und das kann mit der Erhöhung deiner Schritte pro Tag beginnen – sollte ein fester Bestandteil in deinem Alltag sein.

Alles, was dein Bauchgefühl und deine eigene Mitte stärkt und den Kontakt zu deinem Körper unterstützt, ist bei der Behandlung von PCOS günstig.

3. Schlaf

Eine gute Schlafhygiene (keine Medien vor dem Zubettgehen, feste Schlafenszeiten, Rituale zum „Runterkommen“) sowie regelmäßige Pausen helfen deinem Körper, wieder einen eigenen Rhythmus zu finden. Eine fehlende Menstruation zeigt, dass ein gesunder Rhythmus fehlt, sei es beim Schlafen, beim Essen oder bezüglich der Pausen. 

Nimm dir auch während deiner Arbeitszeit Pausen und überlege dir, wo du Ruhe und Entschleunigung finden kannst. Dein Hormonhaushalt braucht die Phasen der Entspannung, um wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Regelmäßiger Sport und tägliche Bewegung im Freien sind unverzichtbar.

Eine gute Schlafhygiene und regelmäßige Pausen helfen deinem Körper, wieder einen eigenen Rhythmus zu finden.

4. Entgiftung

Jede Therapie bei PCOS sollte damit beginnen, die Organe Niere und Leber zu unterstützen, so dass dein Körper Umweltgifte und Fremdhormone gut ausscheiden kann. 

Nach der erfolgten Entgiftung wirken erfahrungsgemäß alle Impulse stärker, z.B. eine nachfolgende Unterstützung des Eisprungs.

Heilpflanzen wie Löwenzahn, Mariendistel, Schafgarbe, Storchenschnabel, Brennnessel, Goldrute, und Birke sind klassische Entgiftungspflanzen.

5. Heilpflanzen

Heilpflanzen wie Löwenzahn, Mariendistel, Schafgarbe, Storchenschnabel, Brennnessel, Goldrute, und Birke sind klassische Entgiftungspflanzen. Im Anschluß daran eignen sich die Heilpflanzen Beifuß, Angelikawurzel, Schafgarbe und auch Frauenmantel zum hormonellen Ausgleich und um die Eierstockfunktion zu unterstützen.

Wenn die Insulinresistenz eine zentrale Rolle spielt, können auch hier gezielt Heilpflanzen eingesetzt werden, z.B. Zimt, Basilikum oder Bockshornkleesamen.

Heilpflanzen helfen deinen Hormonhaushalt zu unterstützen.

Weiterführende Behandlung bei PCOS

Wenn die genannten Behandlungsvorschläge nicht dazu führen, dass sich wieder ein eigener Zyklus einstellt, die Zystenbildung stoppt und Symptome wie Haarausfall und Akne nachlassen, ist eine weitere Behandlungsmöglichkeit die Gabe von bioidentischen Hormonen in homöopathischer Potenz in Cremeform – bitte nur unter Anweisung einer Ärztin oder Heilpraktikerin und nicht in Eigenregie durchführen.

Fazit

Du siehst, die Behandlung von PCOS braucht Geduld und eine hohe Eigenmotivation. Aus unserer Erfahrung ist sie jedoch durchaus Erfolgsversprechend! Mit ganzheitlichen Maßnahmen, die Körper und Seele gleichermaßen unterstützen, sowie einer Veränderung des Lebensstils mit mehr Rhythmus und Zeiten der Regeneration, kann sich der Hormonhaushalt wieder einpendeln und damit auch die Symptomatik abschwächen oder ganz verschwinden.


Quellen:

Pehlgrimm, Hannah. Das polyzystische Ovarial-Syndrom (PCOS). Clio 88, FFGZ e.V. Berlin, 2019.

Kirkpatrick, Johnstone. Heilende Hormone. Hormonfreundliche Ernährung und naturheilkundlicher Rat für einen harmonischen Zyklus. Südwest, 2019. 

Madejsky, Margret: Lexikon der Frauenkräuter. AT Verlag, 2008.


Mehr Lesestoff:

https://sweatlavender.de/natuerliche-mittel-fuer-pcos/