Hormon-Spickzettel: Die 6 wichtigsten Hormone

Alle sprechen über Hormone – aber was tun sie eigentlich im weiblichen Körper? Es gibt unzählige Hormone, die zusammen arbeiten, um deinen Körper gesund zu halten und viele wichtige Körperfunktionen zu steuern.

Von einigen wirst du vielleicht schon gehört haben, wie zum Beispiel von Östrogen und Progesteron. Andere klingen eher fremd in den Ohren, wie Prolaktin oder das luteinisierende Hormon. Nachfolgend eine kleine Aufklärung in Sachen weiblicher Hormonhaushalt.


Was ist ein Hormon?

Hormone sind Moleküle, die von den Hormondrüsen als Boten ausgesendet werden, um bestimmten Organen Anweisungen zu geben oder chemische Reaktionen zu erzeugen, die eine wichtige Körperfunktion beeinflussen. Zu wenig oder zu viel Ausschüttung von einem Hormon kann dazu führen, dass Ungleichgewichte auftreten, der Stoffwechsel sich verändert und Körperfunktionen, wie z.B. die Fruchtbarkeit, beeinträchtigt sind. Viele unterschiedliche Symptome können auftreten, je nachdem, welche Hormone betroffen sind. Haarausfall, Müdigkeit, Verdauungsbeschwerden, Zysten,  um nur eine kleine Auswahl zu nennen.

Die Hormondrüsen

Die Hormondrüsen befinden sich an verschiedenen Stellen im Körper – im Gehirn gibt es beispielsweise die Hypophyse, aber auch die Schilddrüse, die Nebennieren und die Geschlechtsdrüsen sind wichtige Zentren. Sie sondern Hormone ab, um Botschaften an bestimmte Organe zu senden. Diese hormonellen Reaktionen beeinflussen Dinge wie deine Herzfrequenz, den Stoffwechsel, die Energie, deinen Appetit, die Stimmung, den Sexualtrieb, das Wachstum, deinen Schlaf usw. Mit anderen Worten: Hormone spielen eine große Rolle in den unterschiedlichen Gebieten unseres Lebens.


Die 6 wichtigsten Hormone für Frauen

1. Cortisol: Das Stresshormon

Das Hormon Cortisol wird bei Stress und Anspannung ausgeschüttet und ermöglicht es uns, schnell zu reagieren. Dafür mobilisiert es den Blutzucker und hat Auswirkungen auf den Blutdruck und die Herzfrequenz. Weiterhin wirkt es stark entzündungshemmend und spielt eine wichtige Rolle im Stoffwechsel. Ein hoher Cortisolspiegel bedeutet, dass sich der Körper in einem gestressten Zustand befindet. Für Frauen kann es die Libido, die Fruchtbarkeit und den Menstruationszyklus beeinflussen. Ein zu niedriger Cortisolspiegel ist schädlich für das Herz und den Stoffwechsel. Koffein, Alkohol, und verarbeiteter Zucker – viele der in der heutigen Ernährung enthaltenen Nahrungsmittel – lassen den Cortisolspiegel ansteigen. Zitronenmelisse, Ginseng und Süßholzwurzel sind einige der Kräuter, die helfen können, den Cortisolspiegel natürlich zu senken und Stress zu reduzieren.


2. Östrogen: Das weibliche Geschlechtshormon

Östrogen wird vor allem in den Eierstöcken und im Gelbkörper gebildet. Es führt zu einem Aufbau der Gebärmutterschleimhaut in der ersten Zyklushälfte und zur Reifung des Eis. Zu viel Östrogen kann zu einem Anstieg des Blutdrucks, zu Fettleibigkeit und zu diversen gynäkologischen Problemen führen – so werden z.B. Endometriose, Zysten und Myome mit einem zu hohen Östrogenspiegel in Zusammenhang gebracht. Zu wenig Östrogen – z.B. nach den Wechseljahren – kann Kopfschmerzen und Hitzewallungen sowie Scheidentrockenheit verursachen. Ein niedriger Östrogenspiegel kann auch der Grund für einen niedrigen Sexualtrieb, Stimmungsschwankungen, eine unregelmäßige Menstruation, Müdigkeit und Schlaflosigkeit sein. Man kann das Östrogen natürlich regulieren, indem man sich bewusst ernährt und auf Ballaststoffe achtet. Hopfen und Knoblauch, zum Beispiel, können den Östrogenspiegel erhöhen. Rosmarin kann ihn reduzieren, und eine Unterstützung der Leber mit bitteren Kräutern wie Löwenzahn oder Mariendistel ist bei Östrogendominanz ebenfalls sehr hilfreich.


3. Follikel-stimulierendes Hormon (FSH): Das Eisprung Hormon #1

Dieses Hormon wird in der Hypophyse im Gehirn gebildet und stimuliert das Wachstum der Ovarialfollikel im Eierstock in Vorbereitung auf den Eisprung. Wenn FSH aus dem Gleichgewicht ist, können Frauen PMS-Symptome sowie Müdigkeit, Reizbarkeit und Angstzustände entwickeln. Ein niedriger FSH-Spiegel führt zu ausbleibenden Eisprüngen, wie z.B. beim PCO-Syndrom. Die Einnahme von Basilikum und Frauenmantel kann das hormonelle Gleichgewicht bei niedrigem FSH-Spiegel unterstützen. Für einen gesunden FSH-Spiegel braucht der Körper ausreichen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren. Omega-3 ist z.B. in Fisch und Leinsamen enthalten, Omega-9 in Avocados und Nüssen.


4. Luteinisierendes Hormon (LH): Das Eisprung-Hormon #2

LH wird ebenfalls in der Hypophyse gebildet und steuert die Produktion von Östrogen und Testosteron. Wenn der FSH Wert ansteigt, steigt auch das luteinisierende Hormon. Ein Anstieg des luteinisierenden Hormons verursacht den Eisprung. Wenn eine Befruchtung stattfindet, sendet das LH Signale aus, um einen hohen Progesteronspiegel aufrechtzuerhalten, der wichtig ist, um die Schwangerschaft zu erhalten. Wenn kein oder zu wenig LH ausgeschüttet wird, findet kein Eisprung statt. Es ist wichtig, dass das LH in Balance mit dem FSH arbeitet. Beim PCO-Syndrom gibt es beispielsweise zu viel LH, aber zu wenig FSH. Das führt dazu, dass die Eierstöcke zwar viele kleine Eibläschen produzieren, diese aber nicht heranreifen und auch nicht springen können.


5. Progesteron: Das Hormon der zweiten Zyklushälfte

Nach dem Eisprung steigt das Progesteron an und bleibt erhöht, wenn eine Befruchtung erfolgt ist, um die Schwangerschaft zu erhalten. Nur bei einem ausreichend hohen Progesteronspiegel kann sich das Ei richtig in der Gebärmutter einnisten. Wenn keine Befruchtung erfolgt ist, fällt der Progesteronspiegel und löst die Menstruation aus. Zu niedrige Spiegel von Progesteron können zu PMS-Symptomen wie Brustspannen, Schmierblutungen oder Stimmungsschwankungen führen. Zu hohe Progesteronspiegel finden sich selten, können aber zu ähnlichen Symptomen sowie Schlaflosigkeit, Müdigkeit und Depressionen führen. Man kann den Progesteronspiegel natürlich mit Yamswurzel, Frauenmantel, Zink und Magnesium unterstützen.


6. Prolaktin: Das Stillhormon

Prolaktin wird ebenfalls in der Hypophyse produziert. Es lässt während der Schwangerschaft die Brustdrüsen wachsen und fördert die Milchproduktion bei Müttern. Es löst bei Säugetieren (und dazu gehören auch Menschen) Brutpflegeverhalten aus. Prolaktin hat zudem einen Einfluß auf die Stimmung, das Immunsystem und den Stoffwechsel. Dieses Hormon wird durch zwei andere Hormone reguliert, Dopamin und Östrogen, die dann der Hypophyse signalisieren, ob Prolaktin freigesetzt werden soll oder nicht. Dopamin hemmt die Produktion von Prolaktin, während Östrogen es erhöht. Daher gibt es auch erhöhte Prolaktinspiegel bei großem Stress. Da Prolaktin auch den Eisprung hemmt (um das Risiko einer erneuten Schwangerschaft während der Stillzeit zu mindern), führt ein hoher Spiegel zu verminderter Fruchtbarkeit und Ausbleiben der Menstruation.

Erfahre jetzt mehr über weibliche Hormone:
Ursachen von PMS – weibliche Hormone kurz erklärt 

 

Hast du Fragen rund um Zyklus, Hormone oder Kinderwunsch?

Lass‘ dich beim FEMNA Lab beraten!

 

FEMNA ist eine neue Marke von Frauen für Frauen. FEMNA entwickelt und produziert natürliche Produkte, um das Wohlbefinden von Frauen in den verschiedenen hormonellen Phasen zu verbessern.

Share this post

Leave a Reply

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.